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Arthur Schopenhauers Pudel „Butz“

Arthur_Schopenhauer_by_Wilhelm_Busch

Graphik von Wilhelm Busch sowie nachfolgender Textausschnitt via Wikipedia.

Arthur Schopenhauer (1788-1869) hielt sich zeitlebens einen Pudel. Dessen Name war immer Atman, nach dem Sanskrit-Wort für Lebenshauch, Atem, in der Tradition der Upanishaden die Essenz des Selbst bzw. die Einzelseele als Teil des Brahman, der „Weltseele“. Musste er das Tier schelten, so nannte er es Mensch, lobte er den Pudel, so titulierte er ihn als Atman.
Wenn ein Hund starb, was etwa alle zehn Jahre vorkam, erwarb er jeweils einen ähnlich aussehenden Pudel. Schopenhauer war der philosophischen Auffassung, dass jeder Hund gleichzeitig jeden anderen Hund enthalte. „Des Pudels Kern“ (Goethe) ging also nie verloren. Für Menschen galt ihm sinngemäß das Gleiche. Wie er gestikulierend im Selbstgespräch mit seinem Pudel am Mainufer spazierte, hat unter anderem der Lokaldichter Friedrich Stoltze bespöttelt.
Schopenhauers Tagesablauf war strukturiert: morgens die Arbeit am Schreibtisch, Flötespielen regelmäßig vor dem Mittagessen. Die Mahlzeiten soll Schopenhauer nach der Überlieferung seiner Biographen stets in Gasthäusern eingenommen haben, bevor er einen zweistündigen Spaziergang mit seinem jeweils aktuellen Pudel machte.

Beethovens Elegie auf den Tod eines Pudels

https://www.youtube.com/watch?v=QJOQ2NSa4fw

Video von Wolfgang Amadé Mozart

Der Poet der 1787 entstandenen „Elegie auf den Tod eines Pudels“  ist unbekannt. Das Gedicht umfasst acht Strophen:

(Maestoso)
Stirb immerhin, es welken ja so viele
der Freuden auf der Lebensbahn.
Oft, eh‘ sie welken in des Mittags Schwüle,
fängt schon der Tod sie abzumähen an.

Auch meine Freude du! dir fließen Zähren,
wie Freunde selten Freunden weihn;
der Schmerz um dich kann nicht mein Aug‘ entehren,
um dich, Geschöpf, geschaffen mich zu freun.

Allgeber gab dir diese feste Treue.
dir diesen immer frohen Sinn;
Für Tiere nicht, damit ein Mensch sich freue,
schuf er dich so, und mein war der Gewinn.

Du warst so rein von aller Tück‘ und Fehle
als schwarz dein krauses Seidenhaar;
wie manchen Menschen kannt‘ ich, dessen Seele
so schwarz als deine Außenseite war.

Oft, wenn ich des Gewühles satt und müde
mich gern der eklen Welt entwöhnt,
hast du, das Aug‘ voll Munterkeit und Friede,
mit Welt und Menschen wieder mich versöhnt.

Trüb sind die Augenblicke unsers Lebens,
froh ward mir mancher nur durch dich!
Du lebtest kurz und lebtest nicht vergebens;
das rühmt, ach! selten nur ein Mensch von sich.

(Andante ma non troppo)
Doch soll dein Tod mich nicht zu sehr betrüben;
du warst ja stets des Lachens Freund;
geliehen ist uns alles, was wir lieben;
kein Erdenglück bleibt lange unbeweint.

Mein Herz soll nicht mit dem Verhängnis zanken
um eine Lust, die es verlor;
du, lebe fort und gaukle in Gedanken
mir fröhliche Erinnerungen vor.

Text via capriccio-kulturforum