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Carlo Farina : Capriccio stravagante

Video von Vincent Bernhardt

Carlo Farina (um 1600 – 1639)  war ein hervorragender Violinvirtuose und hat viele Effekte in seinem „Capriccio Stravagante“ eingebaut, wie etwa Katzengejaule, Hundegebell, Hahnenschrei, Hühnergackern, Soldatentrommel und Landsknechtflöte sowie die spanische Gitarre (vgl. Wikipedia)

Als unser Mops ein Möpschen war

Video von Andreas Olesch

Melodie von Johann Peter Cornelius d’Alquen, Text von Heinrich Hoffmann von Fallersleben:

Als unser Mops ein Möpschen war,
da konnt‘ er freundlich sein,
jetzt brummt er alle Tage
und bellt noch obendrein,
heidu, heidu, heidallala,
und bellt noch obendrein,
jetzt brummt er alle Tage
und bellt noch obendrein.

„Du bist ein recht verzog’n Tier,
sonst nahmst du, was ich bot;
jetzt willst du Leckerbissen
und magst kein trocken‘ Brot;
heidu, heidu, heidallala,
und magst kein trocken‘ Brot;
jetzt willst du Leckerbissen
und magst kein trocken‘ Brot.“

Zum Knaben sprach der Mops darauf:
„Wie töricht sprichst du doch!
Hätt’st du mich recht erzogen,
wär‘ ich ein Möpschen noch,
heidu, heidu, heidallala,
wär‘ ich ein Möpschen noch,
Hätt’st du mich recht erzogen,
wär‘ ich ein Möpschen noch!“

 

„Der schlaue und diensteifrige Pudel“ von Joseph Haydn

Hob XXVIa, 38, Leopold Hoffman zugeeignet
DIeses Lied beginnt 40:42:

https://www.youtube.com/watch?v=nVI7-D9NWe8

Video von Wolfgang Amadé Mozart

Eine besondere Geschichte liegt dem einzeln überlieferten Lied „Der schlaue und diensteifrige Pudel“ zu Grunde, die der Haydn-Biograph Dies so anschaulich schildert, dass sie hier zitiert sein soll:
(Biographische Nachrichten von Joseph Haydn, nach mündlichen Erzählungen desselben entworfen und herausgegeben von Albert Christoph Dies, Landschaftsmaler, Wien 1810, zitiert nach der 2. Auflage Berlin 1962)

„Haydn erhielt von einem jungen ausländischen (ich vermute, dass Haydn das Wort ‚ausländisch‘ aus Absicht gebrauchte, um die Nachforschungen zu vereiteln) Fräulein einen Brief, der so vertraut abgefaßt war, als hätten beide Personen schon zwanzig Jahre lang einander gekannt. (…) Das Fräulein erzählte, sie sei eines Hauptmanns Tochter und in einen Offizier verliebt, der sie aber nicht heiraten würde und ihr lieber Haydn, der, wie sie wisse, keinem jungen und artigen Frauenzimmer etwas abschlagen könne (Haydn konnte dieses nicht ohne Lächeln erzählen), ihr nicht den Gefallen erzeigte, durch Beihilfe seiner göttlichen Musik ihr den Offizier zum Manne zu verschaffen. Nun zergliederte das Fräulein umständlich, wie und warum Haydn das könne. Ich ersuche die Leser, davon soviel sagen zu dürfen, als nötig ist, den Vorfall zu verstehen. Das Fräulein hatte Verse an Haydn geschickt, die sie selbst gedichtet und zu welchen sie eine schöne Melodie wünschte. Mit dieser Melodie wollte das Mädchen den Liebhaber überraschen, ihm das Lied vorsingen. Sie hoffte, er müsse dadurch gerührt werden und werde sie heiraten. Ohne Zweifel werden die Leser eine große Meinung von dem Inhalt des überschickten Textes gefaßt haben und auch glauben, die Schöne müsse wenigstens wie ein Engel gesungen haben. Über den letzten Punkt ist nur zu vermuten, daß ihre Stimmen rührend sein konnte, wenn sie gleich im Briefe gebeten hatte, Haydn möchte ihrer schwachen Brust nicht viel zumuten und sie oft ausruhen lassen.
Über den Inhalt des Textes werden die Leser ohne Zweifel schon beim Lesen der Überschrift in Verwunderung geraten und ebenso wenig wie ich begreifen, wie der schlaue und dienstfertige Pudel einen Liebhaber zum Entschluß bringen könne, eine Heirat zu beschleunigen? Vielleicht wird dies durch die Geschichte des Pudels verständlich.
Der Vorfall ist wahr. Der Pudel war des Liebhabers wirklich geliebtes Eigentum und hatte den vollkommensten Pudelverstand. (…)
Das Fräulein glaubte des Offizier Herz zu erobern, wenn es die Tat des Pudels in Versen verewigte und, um Haydn anzuspornen, eine recht schöne Melodie zu verfertigen, hatte sie einen Dukaten im Briefe eingeschlossen mit der Bitte, diese kleine Summe nicht zu verschmähen. Eingeschränkte Glücksumstände verhinderten die Geberin, nach ihrem Wunsche zu belohnen.
Haydn setzte die Musik (in B-Dur), überschickte sie samt dem Dukaten an die Schöne und fragte sie, ob sie ihn für einen so kargen Geizhals hielte, der auf einen Dukaten erpicht wäre? Zur Strafe solle sie ihm mit eigenen Händen ein paar Strumpfbänder zum Andenken verfertigen. Die Schöne nahm das für Ernst, überschickte kurz nachher die Strumpfbänder, meldete, sie sei krank und fügte hinzu, wenn Haydn in vierzehn Tagen keine weitere Nachricht von ihr empfang, so möchte er sie unter die abgeschiedenen Seelen zählen. Die Nachricht kam nicht, und es ist wahrscheinlich, daß das Fräulein mit einem schwindsüchtigen Körper über den mißlungenen Heiratsversuch sich zu Tode gegrämt hat.“

Text via Upala

 

Arthur Schopenhauers Pudel „Butz“

Arthur_Schopenhauer_by_Wilhelm_Busch

Graphik von Wilhelm Busch sowie nachfolgender Textausschnitt via Wikipedia.

Arthur Schopenhauer (1788-1869) hielt sich zeitlebens einen Pudel. Dessen Name war immer Atman, nach dem Sanskrit-Wort für Lebenshauch, Atem, in der Tradition der Upanishaden die Essenz des Selbst bzw. die Einzelseele als Teil des Brahman, der „Weltseele“. Musste er das Tier schelten, so nannte er es Mensch, lobte er den Pudel, so titulierte er ihn als Atman.
Wenn ein Hund starb, was etwa alle zehn Jahre vorkam, erwarb er jeweils einen ähnlich aussehenden Pudel. Schopenhauer war der philosophischen Auffassung, dass jeder Hund gleichzeitig jeden anderen Hund enthalte. „Des Pudels Kern“ (Goethe) ging also nie verloren. Für Menschen galt ihm sinngemäß das Gleiche. Wie er gestikulierend im Selbstgespräch mit seinem Pudel am Mainufer spazierte, hat unter anderem der Lokaldichter Friedrich Stoltze bespöttelt.
Schopenhauers Tagesablauf war strukturiert: morgens die Arbeit am Schreibtisch, Flötespielen regelmäßig vor dem Mittagessen. Die Mahlzeiten soll Schopenhauer nach der Überlieferung seiner Biographen stets in Gasthäusern eingenommen haben, bevor er einen zweistündigen Spaziergang mit seinem jeweils aktuellen Pudel machte.