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Frauen, die Geschichte machten

geburtshaus-jeanne-d'arc-65Bild: Geburtshaus von Jeanne d’Arc in Domrémy-la-Pucelle (wiki)

Am 1. Dezember 2013 beginnt das ZDF mit der Ausstrahlung seiner sechsteiligen Staffel “Frauen, die Geschichte machten”. Hier gelangen Sie zum

Blog des Landesverbands Rheinland-Pfalz im Verband der Geschichtslehrer Deutschlands 

wo Sie auch Materialien zum Download finden. Ein Alternativprojekt zum Schweizer Fernsehen, das zum Thema „Die Schweizer“ nur Männer porträtiert.

Grosse Schweizerinnen : Anna Seiler (um 1300 – 1360)

Um 1350 wütete im Kanton Bern die Pest. Anna Seiler, eine verwitwete, kinderlose und vermögende Burgerin von Bern, betreute – wie es sich zu jener Zeit für verwitwete Frauen gehörte – Kranke im „Spital vor den Predigern“ in Bern. Beeindruckt vom Leid, das der Seuchenzug unter anderem armen Leuten brachte, erlässt Anna Seiler am 29.11.1354 Ihr Testament und schreibt: „in Anbetracht, dass nichts gewisser ist als der Tod, aber nichts ungewisser als die Stunde des Todes, habe ich, von niemandes Arglist bewogen, sondern wissend, gesund und wohlbedacht und nach reiflicher Überlegung, sowie mit dem Rat und der Erlaubnis des Schultheissen, des Rates und der Zweihundert , lediglich um Gottes Willen und zum Heil und Trost und stetem ewigem Glück meiner Seele und der Seelen meiner Vorfahren und aller Gläubigen, zum Trost der Stadt und Burgerschaft Berns, und damit die sechs Werke der Barmherzigkeit umso besser erfüllt werden, ein ewiges Spital gestiftet. In diesem Spital sollen ständig dreizehn bettlägerige und dürftige Personen aufgenommen sein, sowie drei weitere ehrbare Personen, die den Dienst als Pfleger der armen Bettlägerigen versehen sollen…“. Anna Seiler bedachte ihr Spital mit viel Besitz, Häusern und Grundstücken, und sie rief andere dazu auf, gleiches zu tun.

Anna Seiler Brunnen
(Bild: wiki)

Der Anna-Seiler-Brunnen steht in der Marktgasse in Bern und gehört zu den Berner Altstadtbrunnen aus dem 16. Jahrhundert.
Er wurde 1545/46 als Ersatz für einen Brunnen aus dem 14. Jahrhundert errichtet. Die Brunnenfigur zeigt eine Frauengestalt, die in der einen Hand eine Schale hält und mit der anderen Hand aus einem Krüglein Wasser hinein giesst. Die Brunnenfigur stammt aus der Werkstatt von Hans Gieng. Da der Brunnen in der Nähe des Käfigturmes steht, der früher als Gefängnis diente, nannte man ihn ursprünglich „by der Gefangenschaft“ oder „Kefibrunnen“ (nach „Chefi“, dem berndeutschen Wort für Gefängnis).
Der heutige Name geht auf Karl Howald zurück. Er wollte im Standbild Anna Seiler erkennen, die 1354 in Bern ein Hospital – das heutige Inselspital, die Berner Universitätsklinik – stiftete.