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Friedrich von Schlegels Schmetterlingstanz

Der Schmetterling
Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Wie soll ich nicht tanzen,
Es macht keine Mühe,
Und reizende Farben
Schimmern hier im Grünen.

Immer schöner glänzen
Meine bunten Flügel,
Immer süßer hauchen
Alle kleinen Blüten.

Ich nasche die Blüten,
Ihr könnt sie nicht hüten.

Wie groß ist die Freude,
Sei’s spät oder frühe,
Leichtsinnig zu schweben
Über Tal und Hügel.

Wenn der Abend säuselt,
Seht ihr Wolken glühen;
Wenn die Lüfte golden,
Scheint die Wiese grüner.

Ich nasche die Blüten,
Ihr könnt sie nicht hüten.

J.G. Herders Lied vom Schmetterlinge

Das Lied vom Schmetterlinge
Johann Gottfried von Herder (1744-1803)
Liebes, leichtes, luftges Ding,
Schmetterling,
Das da über Blumen schwebet,
Nur von Thau und Blüthen lebet,
Blüthe selbst, ein fliegend Blatt,
Das mit welchem Rosenfinger!
Wer bepurpurt hat?

Wars ein Sylphe, der dein Kleid
So bestreut,
Dich aus Morgenduft gewebet,
Nur auf Tage dich belebet;
Seelchen und dein kleines Herz
Pocht da unter meinem Finger,
Fühlet Todesschmerz.

Fleuch dahin, o Seelchen, sey
Froh und frei,
Mir ein Bild, was ich seyn werde,
Wenn die Raupe dieser Erde,
Auch wie du ein Zephyr ist,
Und in Duft und Thau und Honig
Jede Blüthe küßt.