Archiv der Kategorie: Musik

Riccardo Rognoni (um 1550 – 1620)

Riccardo Rognoni ist ein italienischer Komponist, Violinist und Flötist. Er lebte in Mailand und ist das erste erwähnte Mitglied einer bekannten Musikerfamilie der Renaissance und des Frühbarock. Er verfasste eine der frühesten bekannten Violinschulen. Man schreibt ihm zu, dass er die Violine vom Tanz und Straßeninstrument an den Lombardischen Hof brachte. Zu seinen bekanntesten Schülern zählen seine beiden Söhne Francesco Rognoni und Giovanni Domenico Rognoni. Die Familie wurde 1605 durch den kunstliebenden König Sigismund III. Wasa von Polen, in deren Diensten sie standen, geadelt und trugen seither den Beinamen Taeggio

Von seinen Werken sind heute lediglich seine „Passagi“ und ein Werk aus seinem Il primo libro della musica a due voci (Mailand, 1598) bekannt. Er war zudem der Verfasser einer Diminutionslehre.

Ein Ensemble der Schola cantorum basiliensis spielt:

William Brade (1560 – 1630)

brade

Der um 1560 geborene Engländer verbrachte die meiste Zeit seines Lebens auf dem europäischen Festland:
Von 1594 bis 1596 wird er als Hofmusiker von König Christian IV. von Dänemark erwähnt, ab 1596 war er in brandenburgischen Diensten tätig, von 1608 bis 1610 war er Ratsmusikdirektor in Hamburg und anschließend (1611-1613) am schaumburgischen Hof in Bückeburg aktiv. Von 1613 bis 1615 wieder in der Hamburger Ratskapelle angestellt, später in Gottop, Kopenhagen, Halle und Güstrow tätig, starb er 1630 in Hamburg als geachteter Ratsinstrumentalist.
Graf Ernst zu Holstein-Schaumburg schrieb über Brade, der durch Streikandrohung eine Gehaltserhöhung um 150 % auf 1000 Taler jährlich für sich in Bückeburg durchsetzen wollte, dass er muthwilliger, frevelhaffter Geselle sei und durch sein unruhig Weib angestiftet worden sei.
William Brade hat als Kapellmeister, Geiger, und Komponist in Rathäusern und fürstlichen Hofhaltungen, zumeist in Norddeutschland, mit mehrstimmigen Canzonen und Suiten Gesellschafts- und Tanzmusik komponiert und in mehreren Sammlungen wie Newe auserlesene Paduanen, Galliarden / Canzonen, Allmand vnd Couranten / so zuvor niemals in Truck kommen veröffentlicht. Er war auch ein Gambenvirtuose.
Quellen: Prospero – Forum für alte Musik sowie Wikipedia

„Be a bee“

Ein Forschungsprojekt zum Klang der Bienen
«be a bee» ist die künstlerische Umsetzung des Forschungsprojektes «Vom Klang der Bienen» in Form einer Klanginstallation von Beat Hofmann und Andrew Phillips. Ziel des Vorhabens ist es, durch künstlerischen Ausdruck dem Menschen das Lebewesen Biene näher zu bringen und ihn für die schwierige Lebenssituation dieser Tiere zu sensibilisieren.

BeschriebKlanginstallation
BeschriebKomposition

Probearbeit mit einem ad hoc Chor für die Klanginstallation „be a bee“:

Robert White (1538 – 1574)

Robert White (oder Whyte) wurde wahrscheinlich in Holborn (Distrikt von London) als Sohn eines Orgelbauers geboren und war ein katholischer englischer Komponist, der bekannt ist für seine liturgische Musik zu lateinischen Texten sowie für seine Instrumentalmusik für Viola da gamba. 1560 schloss White nach zehnjährigem Studium seinen Bachelor an der Cambridge University ab. 1567 – 1568 war er Organist an der Chester Cathedral und später offenbar auch an der Westminster Abbey.

Thomas Morley bezeichnete ihn in A Plaine and Easie Introduction to Practicall Musicke (1597) als einen der grössten englischen Komponisten (auf der gleichen Ebene wie Orlando di Lasso).
White und seine ganze Familie kamen 1574 beim Ausbruch der Pest uns Leben.

Ausführliche Würdigung  bei Gimell Records (in englischer Sprache)

 

William Byrd (1543-1623)

William_Byrd

William Byrd wurde um 1543 in Lincolnshire geboren. Über seine Herkunft ist wenig bekannt. Es ist anzunehmen, dass Thomas Tallis den jungen Byrd unterrichtete. Fest steht, dass er 1563 zum Organisten am Dom zu Lincoln ernannt wurde. Dort heiratete er einige Jahre später seine erste Frau Juliana, die noch im gleichen Jahr starb. 1570 wurde er Gentleman in der Londoner Chapel Royal.  Aber erst zwei Jahre später ging er nach London, wo er sich zusammen mit Thomas Tellis das Organistenamt teilte. Trotz der unterschiedlichen Religion – Byrd war bekennender Katholik, Tallis Protestant – verband die beiden eine innige Freundschaft. Byrds Bekenntnis zur römisch-katholischen Kirche hätte zu dieser Zeit der Verfolgung zu Problemen führen können. Sein hohes Ansehen als Musiker und Komponist retteten ihn jedoch vor Übergriffen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Byrd sowohl für die protestantische Chapel Royal als auch für die kleine katholische Gemeinde Englands liturgische Musik schrieb; wie z. B. die Messen für 3, 4 und 5 Stimmen. 1575 verlieh Königin Elisabeth I. Tallis und Byrd für 25 Jahre das alleinige Recht, in England Noten zu veröffentlichen. Gemeinsam gaben sie die Motetten-Sammlung Cantiones Sacrae heraus, die sie der Königin widmeten. Nachdem Tallis 1585 verstorben war, blieb Byrd der alleinige Lizenzhalter. Davon machte er regen Gebrauch und veröffentlichte zwischen 1588 und 1591 mehrere wichtige Werke wie Sonets & Songs . Weiterhin gab er Bücher von Yonges, Watson oder Damons heraus. 1593 zog sich Byrd nach Stondon Massey, unweit von London, zurück, wo er am 4. Juli 1623 starb.
Quelle: klassik.com

Der äusserst vielseitige Byrd schuf auch zahlreiche Kompositionen für Viola da Gamba Consort: Fantasien, Variationen und Tänze sowie „In Nomines“ und – besonders eindrücklich – die späte Pavane und Galliarde (siehe nachstehende Youtube-Aufnahme) für sechs Gamben:

Consort songs mit Emma Kirby:

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