Bernhard Klingenstein (1545 – 1614)

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„Maria süss, hilf, dass ich büss“ aus dem Rosetum Marianum von Bernhard Klingenstein

Bernhard Klingenstein wird 1545 oder 46 in Peiting bei Schongau (zwischen München und Kempten) geboren. In Augsburg singt er als Chorknabe am Dom. Später ist er dort als Subdiakon tätig, 1574 wird er Kapellmeister. Augsburg ist zu dieser Zeit Zentrum des Handels und der Kultur unter dem Patronat der Fugger. Um 1579 erhält Klingenstein Kompositionsunterricht bei Johann de Cleve. Er bleibt 40 Jahre Kapellmeister, bis er 1614 stirbt.
Im Kreuzgang des Doms findet man noch heute seine Grabplatte. Diese preist ihn: pietate, humanitate ac aliarum pulcherrimarum virtutum meritis admodum conspicuus vir (etwa: ein Mann, der sich völlig auszeichnet durch Ehrfurcht, Barmherzigkeit und die Vorzüge der trefflichsten Tugenden). Klingenstein war zu seiner Zeit sehr geachtet, doch ist von seinem kompositorischen Schaffen wenig erhalten geblieben. Aus dem Jahre 1604 stammt seine Sammlung Rosetum Marianum. Darin enthalten sind fünfstimmige Sätze von Maria zart durch 33 verschiedene Komponisten (darunter Klingenstein selber), wobei jedem Satz eine Strophe des 33 Strophen langen Liedes unterlegt ist. Weiter erhalten ist ein vollständiger Druck mit Motetten Klingensteins. Daneben finden sich einzelne Werke verstreut in Drucken und Handschriften seiner Zeitgenossen.
(Text von Heinrich Böcker, Viola da Gamba Gesellschaft.
B
ei der Gesellschaft können 3 Bicinien für Viola da Gamba aus „Sethus Calvisius Biciniorum altera pars“, 1612, heruntergeladen werden.)